Jedes Jahr liegt eine besondere Spannung in der Luft, wenn auf der ComplexCon das Panel stattfindet: Die Sneaker of the Year Awards versammeln ein internationales Publikum, online wie vor Ort. Wir hatten das Vergnügen, persönlich dabei zu sein.
Der Saal summte vor Vorfreude. Und das lag nicht nur an der Herbstluft über Las Vegas oder dem Schein der Lichter am Rand. Im Auditorium der ComplexCon fand eine dieser Zusammenkünfte statt, bei denen Design, Geschichte und Streetwear für einen Moment verschmelzen, in dem Überzeugungen rund um Sneaker offengelegt, diskutiert und schließlich in eine Rangliste gebracht werden.
Das Panel begann nicht mit Pomp, sondern mit einer Frage: Was macht einen Sneaker heute relevant? Moderiert von Joe La Puma, gemeinsam mit Stimmen wie Matt Welty, Brendan Dunne und anderen, konzentrierte sich die Diskussion auf Relevanz, Handwerk, kulturelle Strahlkraft und darauf, wie eine Silhouette nach dem Drop weiterlebt.
Von Anfang an war klar, dass es nicht nur um den auffälligsten Release oder das lauteste Marketing ging. Die Panelisten sprachen über Langlebigkeit, Dialog und Kontext: Ein Schuh, der ausverkauft ist, ist nicht zwangsläufig ein Schuh, der Kultur prägt. Das Publikum aus Sammlern, Insidern und Enthusiasten spürte diese Frage in jedem Abschnitt.
Einige Themen zogen sich durch das gesamte Gespräch:
- Heritage vs. Innovation: Mehrere Panelisten betonten, dass neu aufgelegte Heritage-Modelle Kraft entfalten können – aber nur, wenn sie mit Absicht umgesetzt werden. Re-Releases zählen, doch wenn sie nur Colorways ohne Geschichte sind, verblasst ihre Wirkung.
- Community und Geschichte: Es ging nicht nur darum, wie der Sneaker aussah, sondern wer ihn trug, wie er getragen wurde und wo er lebte. Die Tiefe der Geschichte war genauso wichtig wie der Drop.
- Transparenz im Prozess: Designer gewährten Einblicke in Materialwahl, Fertigungsstrategie und Kollaborationen und erinnerten daran, dass jeder Sneaker einen Ursprung und Konsequenzen hat.
- Subjektivität der Bewertung: Das Panel scheute sich nicht, Voreingenommenheit und Meinung einzugestehen. An einer Stelle hieß es: „Diese Liste ist das, was wir dieses Jahr für wichtig halten“ – im Bewusstsein, dass kein Ranking universell sein kann.
Das ist das Ergebnis des Panels:
10. Converse Shai 001 „Butter“
9. Infinite Archives x Air Jordan 17 Low „Beach“
8. Lil Yachty x Nike Air Force 1 Low „Lucky Green“
7. Air Jordan 5 „Black Metallic“
6. Levi’s x Nike Air Max 95 „Obsidian“
5. Awake x Air Jordan 5 „Arctic Pink“
4. Pharrell x Adidas Adistar Jellyfish „Orange“
3. Nike Air Max 95 „Neon“
2. Undefeated x Air Jordan 4
1. Nigel Sylvester x Air Jordan 4 „Brick by Brick“
Als die Stimmen abgegeben und die Rangliste enthüllt war, stach nicht so sehr hervor, welche Sneaker es auf die Liste geschafft hatten, sondern vielmehr das Warum. Das Panel erinnerte alle Anwesenden daran, dass diese Schuhe kulturelle Berührungspunkte sind: Sie stehen für Momente, Bewegungen und Erinnerungen. Die Zeremonie handelt dann weniger davon, wer gewonnen hat, als davon, was dieses Sneaker-Jahr wirklich bedeutet hat.
Die Sneaker-Kultur lebt, atmet und steckt voller Ideen, Kritik und Weiterentwicklung. Das Panel auf der ComplexCon hat sie nicht in ordentliche Schubladen gesteckt. Es hat sie geöffnet. Es hat Fragen gestellt. Es hat das Publikum zum Nachdenken gebracht, nicht nur zum Kaufen.
Denn für uns bei Noirfonce ist genau das der Kern unserer Arbeit: Wir kuratieren nicht einfach Sneaker. Wir verbinden uns mit ihren Geschichten, ihren Menschen, ihrem Puls. Und dieses Panel hat es bestätigt: Die besten Sneaker sind die, über die noch lange gesprochen wird, nachdem sie getragen wurden.



